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Patienteninformation - was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung und wird im Volksmund als Zuckerkrankheit bezeichnet.
Damit auch der Laie versteht, warum der Diabetes so gefährlich für unsern Körper ist, habe ich versucht, die Erkrankung vereinfacht für Sie darzustellen.

KOHLENHYDRATSTOFFWECHSEL
Bei der Frage, was ist Diabetes, geht es um den Kohlenhydratstoffwechsel (vereinfacht Zuckerstoffwechsel). Alles, was wir mit der Nahrung aufnehmen, muss im Magen/Darmtrakt umgebaut werden, damit unser Körper es verwerten kann. So ist es auch bei den Kohlenhydraten.  Sie werden im Darm zu Glucose abgebaut und gelangen dann über die Darmwand ins Blut. 
Die Gefäße sind nun die Transportwege für die aufgenommene Glucose, welche zu den einzelnen Zellen im Körper befördert wird. Damit die Zellen den Zucker aufnehmen können, ist es wichtig, daß ein Schlüssel vorhanden ist, der die Zelle aufschließt. Dieser Schlüssel heißt Insulin. Er passt immer nur auf ein Schloss, den sogenannten Rezeptor. Man nennt dies auch Schlüssel-Schloss-Prinzip.

INSULIN
Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (von sogenannten ß-Zellen der Langerhans-Inseln 
= hormonherstellende Zellen) produziert und direkt ins Blut abgegeben wird. Immer dann, wenn wir etwas essen, wird vermehrt Insulin produziert. Ist genügend Insulin vorhanden, wird also der Zuckerspiegel im Blut reduziert. Wenn der Organismus zu viel Insulin produziert hat, kann er mit einem weiteren Hormon, dem Glukagon, gegensteuern. So hält unser Körper den Zuckerhaushalt im Gleichgewicht. 

Wenn nicht genügend Insulin produziert werden kann oder die Schlösser der Zellen, die sogenannten Rezeptoren defekt sind, haben wir einen erhöhten Zuckerspiegel im Blut.

WAS PASSIERT IN UNSEREM KÖRPER BEIM DIABETES MELLITUS?
Wenn wir einen ständig erhöhten Blutzucker (zuviel Glucose/ Zucker im Blut) haben, können die lebenswichtigen Organe wie die Niere, das Gehirn, das Auge, die Gefäße und die Nervenleitungen dauerhaft geschädigt werden.

HIER ENTSTEHEN AUCH DIE HÄUFIGSTEN KRANKHEITSBILDER:
•    Am Auge: Netzhauterkrankungen
•    An den Nieren: Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)
•    Am Herzen: Angina pectoris und Herzinfarkt
•    Am Hirn: Vielseitige Erkrankungen wie z.B. Kopfschmerzen, Schwindel u.a.m.
•    An den Füßen: das diabetische Fußsyndrom
Alle anderen Organe sind natürlich auch betroffen.

Der Diabetes mellitus ist eine schleichende Erkrankung, die man meistens erst dann bemerkt, wenn Schädigungen schon eingetreten sind.

WELCHE FORMEN DES DIABETES MELLITUS GIBT ES?
Man unterscheidet hierbei 3 Hauptformen:
•    Typ 1 oder auch jugendlicher Diabetes genannt
•    Typ 2 auch Altersdiabetes genannt
•    Und den Schwangerschaftsdiabetes 
sowie einige Sonderformen.

TYP 1 DIABETES MELLITUS
Man nennt diese Form auch jugendlicher (juveniler) Diabetes. ABER!!! Auch Erwachsene, ja sogar Greise können an dieser Form des Diabetes erkranken. Dabei wird überhaupt kein Insulin mehr gebildet. 
Die Ursache hierfür liegt in der Zerstörung der ß-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die auf entzündliche Prozesse (Autoimmunerkrankung) zurückzuführen sind. Wenn 80 % dieser Zellen zerstört sind, steigt der Zucker im Blut an. Etwa 1/5 aller Typ I Diabetiker haben eine positive Familienanamnese, das heißt, der Diabetes ist in der Familie schon vorgekommen. Häufig ist dem Diabetes auch ein Infekt vorangegangen. Diese Patienten merken meistens sehr schnell, dass in ihrem Körper etwas nicht stimmt. (siehe Frühsymptome eines möglichen Diabetes)


TYP 2 DIABETES MELLITUS
Der sogenannte Altersdiabetes oder auch Wohlstandssyndrom genannt. Er betrifft bei weitem aber nicht nur ältere Menschen, sondern kann auch schon bei kleinen Kindern vorkommen. Der Diabetes 2 hat zwei Ursachen. Entweder die Bauchspeicheldrüse produziert nicht mehr genügend Insulin, also den Schlüssel für die Zellen, oder die Rezeptoren (Schlösser der Zellen) sind defekt. In beiden Fällen bekommen die Zellen nicht genügend Zucker und im Blut erhöht sich der Zuckergehalt.

WIESO WOHLSTANDSSYNDROM?
In unserer Gesellschaft herrscht Überfluss. Wenn ein Mensch reichlich Nahrung zu sich nimmt, muss er auch mehr Insulin produzieren, um den erhöhten Glucosegehalt zu reduzieren. Zu Beginn, schafft die Bauchspeicheldrüse dies auch noch, ja sie produziert sogar mehr als sie soll. Ein erhöhter Insulinspiegel im Blut macht aber auch Hunger, und somit isst man auch mehr. Irgendwann ist aber die Bauchspeicheldrüse so erschöpft, dass sie die Menge an Insulin nicht mehr nachproduzieren kann. Die Folge ist ein stetig ansteigender Glucosegehalt im Blut. Diese Patienten merken „ihren“ Diabetes und dessen Symptome erst recht spät, also wenn bereits Schäden entstanden sind. Die Vorsorge, also regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen, können den Diabetes aufdecken. Bei übergewichtigen Menschen sprechen die Insulinrezeptoren der Betroffenen schlechter an, als bei normgewichtigen Menschen. Wenn übergewichtige Personen abnehmen, kann sich ein Typ 2 entwickeln.

WELCHE BLUT UND URINUNTERSUCHUNGEN MACHT DER ARZT?
Er untersucht den sogenannten Nüchternzucker. Man geht nüchtern zum Arzt und bestimmt den Zucker aus dem Blut. Er sollte nicht über 110 mg% liegen. Der sogenannte Langzeitwert ist aber fast noch wichtiger als der Nüchternzucker. Der HbA1c sollte (abhängig auch vom Alter) nicht über 6 % liegen. 
Eine kurze Erklärung hierzu - die roten Blutkörperchen ernähren sich von der Glucose, die ja im Blut herumschwimmt. Ein erhöhtes Glucoseangebot verleitet die Blutkörperchen dazu, auch mehr Zucker aufzunehmen. Dabei fällt als Abbauprodukt der HbA1c vermehrt an. Da diese Blutkörperchen ca. 3-4 Monate leben, kann der Arzt sehen, ob ein Patient über längere Zeit einen erhöhten Glucosespiegel im Blut hatte.
Ein weiteres Symptom des erhöhten Blutzuckers ist das „honigsüße Hindurchfließen“ (dies ist die Übersetzung für „Diabetes mellitus“). Damit ist die Glukoseausscheidung im Urin gemeint, die bei  Blutzuckerspiegeln von ca. 180 mg/dl (10,1 mmol/l) auftritt. Bei diesen Werten (Nierenschwelle) kann die Niere, die ein weiteres Symptom des erhöhten Blutzuckers ist, das „honigsüße Hindurchfließen“. Damit ist die Glukoseausscheidung im Urin gemeint, die bei Blutzuckerspiegeln von ca. 180 mg/dl (10,1 mmol/l) auftritt. Bei diesen Werten (Nierenschwelle) kann die Niere die Glukose nicht mehr vollständig aus dem Harn herausfiltern (rückresorbieren) und Glukose tritt in den Harn über (Glukosurie).

WAS SIND MÖGLICHE FRÜH-SYMPTOME DES DIABETES MELLITUS?
•    Vermehrter Hunger
•    Vermehrter Durst
•    Vermehrtes Wasserlassen
•    Juckreiz
•    Leistungsminderung
•    Müdigkeit
•    Heisshunger
•    Schwitzen 
•    Zittern 
•    Sehstörungen
•    Nächtliche Wadenkrämpfe
•    Potenzstörungen
•    Vermehrte Infektionen
•    Pilzerkrankungen usw.
Sicher kommen diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen vor. Sie könnten aber ein Hinweis auf einen Diabetes sein.

DIE THERAPIE

Welcher Diabetestyp vorliegt, kann nur der Arzt sagen. Daher wird eine Therapie auch vom Arzt bestimmt. Diese sollte eingehalten werden, um Spätfolgen zu vermeiden, wie Herzinfarkt, Apoplex, Niereninsuffizienz, Angiopathie, Neuropathie, diabetische Fußsyndrom u.s.w..